25. MärzEin Ehepaar der ÜMG, die das Erdbeben und die Tsunami in Sendai erlebt haben, berichten heute in Facebook (freie Übersetzung): “Ich möchte diese Zeit und diesen Platz für nichts eintauschen ... Es war eine Woche, die total erfüllt und bewegend war. Möge der Herr uns helfen, dieses kleine Fenster von Möglichkeiten zu nutzen, wenn Japaner etwas weniger unabhängig und offener für das Evangelium sind, und wenn wir ihnen praktisch helfen können.” 22:00: Heute verlief der Tag relativ ruhig. Ich war am Vormittag froh zu hören, dass einer unser Missionare aus Sendai sein Auto vollgepackt hatte mit Hilfsgütern, um diese in das stark zerstörte Gebiet von Sendai zu bringen, wo ein anderer Mitarbeiter diese nötig zum Verteilen braucht. Ein weiteres Team unserer Missionare aus Tokio wird sich am Montag auf den Weg machen mit einigen Hilfsgütern, aber auch um die Lage selbst in Augenschein zu nehmen und um zu erkunden, wie in den nächsten Monaten besser geholfen werden kann. Dann war ich auch mit dem Leiter des Hokkaido Teams in Verbindung. Er berichtet, dass auch er die Verwüstung unbeschreiblich findet, jedoch auch sehr staunt ist, wie schnell die Armee die Straßen wieder gesäubert hat und auch wie schnell wieder Verpflegung da ist. Es scheint, dass das Problem der Verpflegung jetzt zum großen Teil gelöst ist. Aber die größte Not sind die vielen zerstörten Häuser und die Not, die das mit sich bringt. Von Hokkaido sind 8 Missionare dort, um für eine Woche zu helfen, besonders den kleinen Gemeinden dort. Dorothea konnte nachmittags bei einer Frau aus der Gemeinde zusammen mit einer älteren Frau aus der Nachbarschaft, die Jesus noch nicht kennt, Tee trinken, in der Bibel lesen, über manche Fragen sprechen und mit ihnen beten. Die Nachbarin ist recht offen und möchte gern den Gott der Bibel kennen lernen. Am Sonntag will sie auch zum Gottesdienst kommen. Heute abend hatten wir eine kurze Stromsperre, die aber weniger als zwei Stunden dauerte. Unser Abendessen haben wir bei Kerzenschein eingenommen.Die letzten Tage ...26. MärzEs ist ermutigend zu sehen, wie viele verschiedene Gruppen sich einsetzen und Teams mobilisieren, um in die betroffenen Gebiete zu gehen. Aber man kann sich vorstellen, dass auf einer Länge von fast 500 km es viele viele Orte gibt, in die Hilfe gebracht werden soll. So manche Gemeinde mobilisiert ein Team, das beladen mit Hilfsgütern in den Norden zieht. Von Tokio aus wird ein Team von 5 ÜMG Mitarbeitern am Montag morgen nach Sendai fahren. Wie wir schon vorher berichtet haben, haben wir dort 3 Ehepaare, die in der Gemeindeaufbauarbeit tätig sind. Ein Ehepaar wohnt zur Zeit an der Küste und hat die Verwüstung hautnah miterlebt. Sie waren auf dem Hügel und wurden verschont. Aber viele in den umliegenden Orten zwischen der Großstadt Sendai und der Küste haben großen Schaden erlitten. Die Gegend heißt Shitschigahama und im letzten Sommer haben wir dort im ÜMG Ferienhaus noch einige Urlaubstage mit Matthias und Familie verbracht. Hier einige Bilder, wie es jetzt dort aussieht. In diese Gegend wird das Team am Montag von Tokio aus fahren. Mit dem Auto ca. 6 Stunden. Die Missionare vor Ort sagen, dass im Moment besonders frisches Obst und Gemüse, dann Unterwäsche und vor allem Benzin gebraucht wird. Die Gemeinde vor Ort hier, die Chapel of Adoration, hat sich mobilisieren lassen, viele dieser gewünschten Dinge zu kaufen. Auch Dorothea war einen Teil des Nachmittags unterwegs, um für einige hundert Euro Unterwäsche zu kaufen. Warum Unterwäsche? Die Leute haben zwar Trinkwasser, aber keine Möglichkeit zum Baden, Duschen oder Wäsche waschen (viele haben nur die Kleider, die sie auf dem Leib tragen, weil sie alles verloren haben). Mit Essen werden sie versorgt, aber frisches Obst und Gemüse fehlt. Von nun an werden noch viele solcher Hilfseinsätze stattfinden, von Hokkaido und Aomori im Norden und von Tokio im Süden. Im Lauf der Zeit wird sich das, was gebraucht wird an Sachen und Hilfeleistungen ändern, aber immer wollen wir auch zugleich mit christlicher Literatur und in persönlichen Gesprächen auf Jesus hinweisen, der allein Trost und bleibende Hoffnung geben kann. Zur Zeit steht im Vordergrund das Säubern noch stehender Häuser, das Wegräumen von Schutt, evt. ein warmes Essen reichen und vor allem Zuhören wenn die Leute von ihrem Erleben, ihrem Verlust und der großen Not sprechen. Dafür wollen unsere Mitarbeiter gern zur Stelle sein.28. MärzHeute Mittag hatten wir wieder ein Treffen als Leiter, um die Situation abzuklären, Information auszutauschen und evt. neue Maßnahmen zu ergreifen. Wir haben entschieden, dass wir keine neue Maßnahme ergreifen müssen, sondern es weiterhin jedem Mitarbeiter frei stellen wollen, selbst zu entscheiden, ob jemand kurzfristig in eine andere Gegend gehen möchte. Uns ist bewußt, dass um das Kernkraftwerk die Radioaktivität sehr gestiegen ist, aber doch bedeutet das für uns in Tokio keine Gefahr zur Zeit. Vielleicht interessiert es euch, was die Deutsche Botschaft hier in Tokio schreibt:Die Situation im Kraftwerk Fukushima I hat sich bis zum 28. März nicht entscheidend stabilisiert. Eine unmittelbare Gesundheitsbedrohung durch radioaktive Strahlung für die Bevölkerung auch außerhalb der gegenwärtigen Sicherheitszone von 30 km Radius um das Kraftwerk und insbesondere im Großraum Tokyo/Yokohama besteht gegenwärtig zwar nicht. Eine Verschlechterung der Lage lässt sich aber weiterhin nicht ausschließen, wie auch Premierminister Kan, am 25. März hervorhob.Ich schreibe das einfach, weil wir immer wieder mal besorgte Nachrichten bekommen. Wir sind bereit, zu evakuieren, sollte die Lage sich verschlechtern. Dann würden wir nach Nagoya gehen, wo wir eine Unterkunft angeboten bekamen. Heute morgen machte sich ein Team von Tokio auf, um nach Sendai zu fahren. Aus der Gemeinde hier haben die Leute so manches frisches Obst und andere nötige Sachen gebracht und wir haben noch vieles eingekauft mit dem Geld, das durch Spenden für die Katastrophe hereinkommt. Ausserdem konnten wir noch einiges an Geld mitgeben, das das Team benutzt, um an Ort und Stelle weitere Hilfe leisten zu können.