Langhans AktuellEine japanische BeerdigungEin ÜMG Missionar berichtet:Die Nachricht wird in alle Häuser der Nachbarschaft verteilt. Herr S., unser Nachbar, ist gestorben. Die Beerdigung ist am nächsten Abend. Es ist für uns das erste Mal, dass wir an einer Beerdigung der Tenrikyoo, einer Schintoistischen Sekte, teilnehmen. Betend gehen wir hin. In dem vollbesetzten Raum sind wir die einzigen Ausländer. Inmitten einer riesigen Blumenpracht ist der Sarg vorne aufgebahrt. Flöten und Trommeln in aufreizenden Tönen beginnen die Trauerfeier. Dann öffnet sich hinten die Tür und 3 Priester schreiten langsam unter weiterer Flötenmusik durch den Raum nach vorne und beginnen ihre Zeremonien. Dann wird es plötzlich ganz still, alle Lichter verlöschen, außer einem kleinen roten Licht, das der Priester hält und vorne hin und her geht. „Der Geist des Verstorbenen wird auf den Weg geschickt“. Uns läuft es eiskalt den Rücken runter.Die äußere Finsternis wird verstärkt durch die innere, die deutlich zu spüren ist. Wie wenig wissen die Menschen um uns herum vom Licht! Vom wahren Licht! Sie leben in der Finsternis und müssen ihre Beerdigungen sogar zum Teil in der Finsternis abhalten. Wohin schicken sie ihre Toten? Auch sie müssen bald vor dem Thron des lebendigen Gottes stehen. Werden sie dann sagen: „Wir haben nichts von der Botschaft vom wahren Licht gehört?“ -Wir hören nur wenig von den freundlichen Worten, die uns andere Nachbarn und die Verwandten der Trauerfamilie nach der Beerdigung sagen. Unser Herz ist voll von dem Erlebten. Wie können wir in diese Dunkelheit mit dem Licht des Evangeliums eindringen? Wie gut ist es, dass wir Gebetspartner in der Heimat haben, die uns mit ihren Gebeten begleiten, ob wir mit japanischen Christen gemeinsam Gott loben oder mit Nachbarn die Tiefe der Dunkelheit einer japanischen Sekte erleben.(”Tenrikyo” ist eine schintoistische Sekte. Die meisten Beerdigungen in Japan werden vom buddhistischen Priester durchgeführt.)