25. März Die letzten Tage ... Liebe Freunde, Danke für Ihre Gebete für die Katastrophe in Japan. Wir sehen an vielen Stellen, dass es vorangeht, aber so viel mehr Arbeit muss noch für die Leute in den betroffenen Gebieten getan werden, und für das Atomkraftwerk. Ich denke, Sie haben alle die Nachricht gehört, dass ein Junge und seine Großmutter nach 9 Tagen gefunden wurden. Sie waren in der Küche im ersten Stock in ihrem Haus und überlebten mit dem, was im Kühlschrank war, in Decken eingewickelt. Die Tsunami traf das Haus, das Erdgeschoss wurde zerstört, aber sie wurden nicht nass. Der Junge verlor den Kontakt mit seiner Mutter, die wahrscheinlich zurückkam, um nach ihrem Jungen zu suchen, aber sie konnte das Haus nicht finden, weil es von der Tsunami wegbewegt wurde. Geschichten wie diese bewegen uns, noch mehr zu beten. Einer meiner Kollegen in der ÜMG stellte mir die Frage “Warum läßt Gott dies zu?” - Wo ist Gott, wenn dies geschieht?”  Ich möchte Ihnen mitteilen, was ich ihr antwortete. Die Medien in aller Welt scheinen die Japaner zu bewundern, wie wir die Lage meistern. Die folgenden Zeilen helfen Ihnen vielleicht, uns besser zu verstehen. Von Japanern wird nämlich diese Frage nicht gestellt. Wir Japaner wissen, dass große Erdbeben früher oder später geschehen. Jedoch ist diesmal das Ausmaß soviel größer als erwartet. Wenn Erdbeben geschehen, dann sind da auch meist Tsunami. Auch das wissen wir. Jede Erdbebenwarnung hat auch eine Tsunamiwarnung. Dies wurde nach der großen Tsunami im Inidischen Ozean vor ein paar Jahren zum Gesetz. Aber es ist die Größe der Tsunami und auch wie weit die betroffene Gegend ist, das uns zu schaffen macht. Wir alle wissen auch um die Bedrohung durch die Kernkraftwerke. Es gab Unfälle in der Vergangenheit. Es gab auch Verluste. Im Internet fragen Leute, ob es gut ist, überhaupt Kernkraftwerke zu haben. Die Mehrheit sagt, dass wir sie brauchen, obwohl sie ein notwendiges Übel sind. Falls wir mit dem Lebensstil fortfahren, den wir jetzt haben mit Elektrizität und Bequemlichkeit, dann sind sie nötig. Es sei denn wir haben durchführbare Alternativen. Im Moment sind wir von den Kernkraftwerken abhängig und brauchen noch mehr. Die meisten von uns denken so. Nun müssen wir alles drangeben, um die Schäden zu beheben, und dafür brauchen wir Geduld und Opfer, die jedermann an seinem Platz bringen möchte. Warum werden mir die oben erwähnten Fragen nicht gestellt? Ich denke, es liegt daran, dass sie den Gott der Bibel nicht kennen. In der Welt von 88 Millionen Göttern, da sind Dinge willkürlich. Gott wird uns villeicht strafen, aber wenn es geschieht, dann ist es an uns, die Unordnung wieder aufzuräumen. Wir als Christen stellen solche Fragen als theologische Fragen. Was ich hier mitteile, ist etwas, was normalerweise im täglichen Leben nicht zutage tritt. Diese Situation enthüllt die tiefere Psyche des Japaners solchen Leuten, die tiefer graben möchten. Einer der Gründe, warum 99% der Einwohner Japans keine Christen sind, ist, weil das Christentum als etwas aus dem Westen angesehen wird und darum nicht japanisch. Wer so denkt, der empfindet auch, dass um Christ zu werden man seine Identität als Japaner verliert, man wird “nicht-Japaner” und das ist ein großes Problem. Man meint, dass der Mensch in diesem Teil der Erde schon vor Millionen von Jahren lebt. Einheimische Religionen wuchsen, auch selbst der Buddhismus, der  im 6. Jahrhundert nach Japan kam. Evangelisches Christentum ist erst seit 150 Jahren in Japan. Unser Schöpfer und Erlöser kann diese Krise benutzen, dass das Christentum mehr wird als nur eine oberflächliche Fassade. Es liegt an uns, seinen Arbeitern, Jesus bedeutend zu machend, denen, die ihn so nötig brauchen. Danke für Ihre anhaltenden Gebete und Ihr einstehen für uns. Verbunden in unserem Retter. Eine japanische Kollegin erzählt, wie sie als Japanerin dazu steht