Langhans Aktuell Nationalhymne Ein ÜMG Missionar berichtet: Ich muss zugeben, dass ich bis A's Schuleintrittszeremonie nie über Religionsfreiheit in Japan nach gesinnt habe. Missionars-Visum sind erhältlich und das Evangelium darf frei verkündigt werden. Ausserdem heisst es in der Japanischen Konstitution (1946): „No person shall be compelled to take part in any religious act, celebration or practice.“ (auf Deutsch in etwa: "Keine Person soll gezwungen werden, an irgendeinen religiösen Handeln, Feiern oder Bräuchen teilzunehmen." Von daher waren wir überrascht als man uns mitteilte dass an der Eintrittszeremonie an staatlichen sowie an privaten Schulen die nationale Fahne dominant platziert werden muss und die Lehrerschaft, Eltern und Schüler die Nationalhymne (NH) singen sollten. Diese eher drakonische Massnahme wurde erst vor kurzem wieder verordnet (2003). Seit der Wiedereinführung haben sich zahlreiche Japanische Christen (u. Nicht-Christen) auf Kosten von Lohnkürzung, Verlegung aufs Land oder Kündung, geweigert die NH zu singen. Sie wundern sich vielleicht ,was das ganze Getue um eine NH soll. Schliesslich hört man im Westen zu jenen Anlässen auch patriotische Töne. In Japan ist die NA intrinsisch mit Schintoismus, dem Kaiser-Kult und Japans militaristische Vergangenheit verbunden. In der Hymne wird der Kaiser und seine Herrschaft verehrt. Obschon die meisten Japaner der Hymne nicht mehr religiöse Signifikanz zuschreiben als die meisten Deutschen ihrer Hymne, geht es hier vor allem um eine subtile Untergrabung der Glaubensfreiheit. Zudem fördert es weiter die Religionsvermischung. Viele Japaner verehren ja bekanntlich an Schreinen den Kaiser und in der Kirche Gott. Ich war froh als H. und ihre Freundin die ebenfalls Christin ist, sich weigerten die NH vor der Fahne zu singen indem sie sich demonstrativ niedersetzten. Bitte beten Sie für ein grösseres Bewusstsein dieser Angelegenheiten und dass Frage zur Religionsfreiheit frei debattiert werden können. Möge Japan als Nation neue Wege finden ihr nationales Bewusstsein zu wahren und nicht dieselben tragischen Fehler der Vergangenheit zu wiederholen.