Die letzten Tage ... 17.000 Leute werden noch vermißt! Bei den meisten bedeutet das, dass ihre Leiche noch nicht gefunden wurde. Zehntausende von Japanern suchen ihre Angehörigen - unter Trümmern, im Schlamm, oder sind sie ins Meer hinaus getrieben worden? Nachdem in den ersten Tagen die Soldaten, Feuerwehrleute und Polizei nach Überlebenden suchten, suchen sie jetzt nach Leichen! Das Freilegen der Straßen und Aufräumarbeiten müßen mit größter Vorsicht geschehen im Blick auf die verschütteten Toten, 17 000 von ihnen! Auch in Deutschland möchten die Anverwandten, wenn ein geliebter Mensch stirbt, sich von ihm „verabschieden“, ihn „zur letzten Ruhe“ begleiten. Trauerfeier und Beerdigung sind wichtig zum Abschiednehmen, zum Trauern, zum Verarbeiten des Verlustes. In Japan hat hat das „Versorgen“ der Verstobenen noch einen viel tieferen Sinn! Seit Jahrhunderten glauben die Japaner, dass die Geister der Verstorbenen nicht zur Ruhe kommen, wenn sie nicht würdig ins Jenseits geschickt werden, das bedeutet meist eine buddhistische Trauerfeier, bei der die Gäste vor dem Sarg und großen Foto des Verstorbenen anbeten und Weihrauchstäbchen opfern. Nach der Verbrennung wird die Urne mit nach Hause genommen und nach 49 Tagen im Familiengrab beigesetzt. Ein Foto und eine Namenskarte bleiben im Hausaltar und dort wird der Verstorbene oft über viele Jahre hin täglich mit Weihrauchstäbchen, Tee, Sake, Reis, Blumen, Obst usw. „versorgt“, damit er im Jenseits versorgt ist und zur Ruhe kommt. Man betet den Verstorbenen an und betet auch zu ihm um Hilfe. Der Buddhistische Priester wird zu bestimmten Tagen bestellt, um für den Toten zu beten. Es ist gefährlich, die Verstorbenen nicht würdig zur Ruhe zu bringen, da die Totengeister sich rächen könnten und Unglück in der Familie bringen. Diese „Ahnenanbetung“ ist hier in Japan mit das größte Hindernis für Leute Christ zu werden (da die Bibel uns lehrt, dass wir allein Gott anbeten sollen und nicht die Toten). Das Verehren und Versorgen der Ahnen ist Kindespflicht und scheint manchmal fast wichtiger zu sein, als das Ehren und Liebe zeigen zu Lebzeiten. Könnt ihr euch vorstellen, wie schlimm es für die Überlebenden ist, ihre von dem Tsunami in den Tod gerissenen Familienangehörigen nicht zu finden? Ihre Geister nicht zur Ruhe bringen zu können? Ihnen nicht diese Liebe und Ehre erweisen zu können? Ja, zusammen mit ihren Häusern sind auch die Hausaltäre mitgerissen und zerstört worden! Obwohl ich als Christ weiß, dass im Augenblick des Todes der Geist des Menschen ins Jenseits, in die ewige Welt geht, unabhängig davon ob er „versorgt“ wird oder nicht, schmerzt mein Herz für die vielen, vielen Menschen, die das, was ihnen so wichtig ist und was sie für ihre vermißten Angehörigen tun möchten, nicht tun können. Möchten sie doch erfahren und erkennen, dass ihre Lieben und sie selbst im Leben und im Sterben in Gottes Hand sind, und dass sie bei ihm Trost finden. BBC hat zu diesem Thema ein interessantes kurzes Video gedreht, das genau diese Situation wiedergibt. Es ist auf Englisch, aber sehr zu empfehlen. Die Bilder aus dem Video sind von Ofunato, wo auch das Hokkaido Team geholfen hat die Kirche zu säubern.